Als ich 2014 mein Abitur abgeschlossen hatte, hätte ich niemals damit gerechnet heute dort zu stehen, wo ich jetzt bin. Nach meinem Abi machte ich ein FSJ (Freiwilliges soziales Jahr) im sozialen Dienst. Doch ich merkte schnell, dass mir etwas fehlt. Was war es bloß?

Eine Ausbildung bei TÜV Rheinland?

Ich sah meine Stärken schon immer darin, mit Menschen zu arbeiten, zu interagieren und etwas für die Gesellschaft zu tun. Jedoch war ich nicht glücklich. Mir fehlte mein eigentliches Interesse. Das Interesse am Handwerk. Meine haptischen sowie psychomotorischen Fähigkeiten zu erweitern und anzuwenden, um etwas herzustellen – damit wollte ich mein Geld verdienen. Wie das Leben so spielt, erfuhr ich durch meinen Bruder, der zu diesem Zeitpunkt Mechatroniker-Azubi bei TÜV Rheinland war, dass sein Unternehmen für nächstes Jahr noch einen Auszubildenden sucht. Die Entscheidung, mich für diese Stelle zu bewerben, fiel mir nicht schwer. Von seinen Erzählungen über seine Ausbildungszeit war ich schon immer fasziniert gewesen.

So war´s – meine Ausbildung zum Mechatroniker

Dann ging alles ganz schnell. Ich habe mich im Frühjahr 2015 beworben und wurde im September eingestellt. Somit landete ich im zweiten Jahrgang im Bereich der Mechatroniker seit dem Start dieser Ausbildung bei TÜV Rheinland. Es waren also nun zwei Lehrgänge für Mechatroniker vorhanden.

Nach anfänglichen administrativen und organisatorischen Schwierigkeiten fand ich mehr und mehr meinen Weg in die Ausbildung. Das Arbeitsklima zwischen den Auszubildenden und zu meinem Ausbilder Thomas Külsen war äußerst angenehm. Man begegnete sich mit Respekt und gegenseitigem Vertrauen, ohne jegliche Autorität in Frage zu stellen.

Leider war es aufgrund der damaligen Umstände und vorhandenen Räumlichkeiten unserem Ausbilder nicht immer möglich, seiner Ausbildertätigkeit in vollem Umfang nachzukommen. Er war stark eingeschränkt, da er parallel noch für sein Geschäftsfeld tätig war. So musste ich mir einige Themen selbst erarbeiten und beibringen. Dennoch stand mein Ausbilder jederzeit für Fragen zur Verfügung und hat versucht mich zu fördern.

Eingang Lehrwerkstatt

Ausbilder-Aufgaben als Azubi

2017 war es dann so weit. Wir zogen um, da unsere Räume nicht mehr genug Platz für Ausstattung und Azubis boten. Wir bekamen eine große Lehrwerkstatt mit ausreichend Platz für Maschinen, elektrische Betriebsmittel und Theoriearbeiten. Zusätzlich wurde mein Ausbilder nun Vollzeitausbilder. Zur Zeit des Umzugs war ich größtenteils allein, da die Azubis aus dem damaligen zweiten Lehrjahr in der Berufsschule waren.

In knapp drei Monaten erschufen mein Ausbilder und ich eine Lehrwerkstatt mit Qualität und Seele. Er band mich mehr und mehr in die Planung und Organisation der neuen Lehrwerkstatt ein. Während er mit dem Papierkrieg zu Gefahrenbeurteilung und Arbeitsschutz kämpfte, übernahm ich als Azubi die Aufgabe, den anderen Azubis und Praktikanten zu helfen.

Die Lehrwerkstatt wuchs stetig weiter und meine Ausbildung neigte sich langsam dem Ende zu. Wo würde die Reise danach hingehen?

Chance ergriffen – Ausbilder geworden

Ich bekam eine Zusage im Bereich der Produktsicherheit, für den ich gerade im Rahmen meiner Abschlussprüfung einen Auftrag baute. Eines Tages riefen mein Ausbilder und unsere Personalchefin mich in sein Büro. Sie boten mir eine Stelle als zweiter Ausbilder der Lehrwerkstatt an! Zu diesem Zeitpunkt hatten wir sechs Lehrlinge im ersten Lehrjahr, einen im dritten und mich im vierten Lehrjahr. Nun hatte ich die Qual der Wahl. Nach nicht allzu langer Überlegung war mir klar: Ich mach`s!

Ich war mit den Zielen und Visionen meines Ausbilders für die Lehrwerkstatt vertraut. Ich wusste, was er aufgebaut hat und was er noch erreichen will, welche Zukunft er für die Ausbildung sieht. Und ich wollte Teil von diesem Projekt sein. Jetzt mussten wir nur noch den TÜV davon überzeugen, einen zweiten Ausbilder einzustellen. Nach langem Kampf meines Ausbilders und meiner Personalchefin haben sie es endlich geschafft und die Stelle wurde genehmigt.

Azubis

Ausbilder werden: die Voraussetzungen

Nach Bestehen meines Fachgesprächs bin ich sofort zurück zum Betrieb gefahren und habe meinen neuen Vertrag unterschrieben als „Mitarbeiter Lehrwerkstatt“. Natürlich musste ich noch meine Ausbildereignungsprüfung ablegen, die ich an der Abendschule absolvierte. Ich belegte verschiedene Seminare um mich fachlich weiterzubilden. Außerdem hatte ich mich nach der AEVO-Prüfung (Ausbilder-Eignungsverordnung) dazu entschieden, den Meister zu machen. Nun bin ich Ausbilder eines zukunftsorientierten Berufs in einer gut ausgestatten Lehrwerkstatt mit elf Auszubildenden.

Ausbilder – mein Traumberuf

Wenn ich zurückdenke an die Zeit nach meinem Abitur, welche Ambitionen ich hatte und in welchem Bereich ich mal arbeiten wollte, kann ich heute sagen: Ich habe meinen perfekten Beruf gefunden. Ich interagiere mit Menschen, bringe jungen Leuten etwas bei, tue was für die Gesellschaft und kann sogar meine Leidenschaft für das Handwerk ausleben.

Wie sagt man doch so schön in Köln: „Et kütt, wie et kütt“…

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Autor des Beitrags

Marco Weber

Marco Weber

Ausbilder

Marco Webers Job ist es, junge Menschen in die Arbeitswelt einzuführen. Ihnen fachliche, soziale und auch persönliche Kompetenzen zu vermitteln und diese zu vertiefen. Seine Kerntätigkeit besteht darin, die berufliche Handlungsfähigkeit der Auszubildenden zu fördern. Sein Karriere-Tipp für euch lautet: „Von nichts kommt nichts.“

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