Teamwork – globaler geht’s nicht

Teamwork – globaler geht’s nicht

Wie sich mein Leben als Solarmodul-Prüfer in China in den letzten sechs Jahren verändert hat, habt ihr im vergangenen Blogbeitrag erfahren. Im Lauf der Jahre wurde auch TÜV Rheinland immer globaler. Ich habe mit immer mehr Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen zu tun. Das bringt eine ganze Reihe an Chancen und neuen Erfahrungen mit sich.

Wie wir die Prozesse harmonisieren

Im Zuge der Globalisierung unserer Prozesse rückten bei TÜV Rheinland Shanghai, meinem Arbeitgeber, zuerst die asiatischen Regionen der Solaranlagen-Teams näher zusammen. Ziemlich bald gehörten dann auch Japan und Thailand zu meinem Arbeitsumfeld. Es galt, die Regionen zu „harmonisieren“, also die Arbeit so zu gestalten, dass sie überall vergleichbar abläuft und gleich effizient ist. Um das zu ermöglichen, habe ich mehrere Schulungen und Workshops mit Kollegen veranstaltet.

Ich reiste außerdem mit Kollegen quer durch Japan, um die Solaranlagen vor Ort zu besichtigen. Durch diese neuen Projekte bekam ich einen ersten, sehr schönen Eindruck von den großen Kontrasten zwischen China und Japan: Die beiden Kulturen haben zwar eine Lange historische Verbindung. Doch dass beides früher einmal eins war, lässt sich heute teilweise nur noch an einigen Schriftzeichen und dem Stil einiger Gebäude erkennen.

 

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Japan und China – zwei ungleiche Schwestern

Zwischenmenschliche Beziehungen in Japan sind im Übrigen ganz anders aufgebaut als in China. Obwohl alle Japaner „typisch asiatisch“, also extrem freundlich, sind, war es für mich stets leichter, in China enge persönliche Beziehungen zu knüpfen. Wer hätte das vorher gedacht?

Interessant ist auch die Ruhe in Japans Großstädten – und das trotz der riesigen Anzahl an Menschen. Achtung und Respekt voreinander sind dort ein sehr hohes Gut. So ist es nicht gestattet, in der U-Bahn mit dem Handy zu telefonieren. Und selbst Schulkinder auf der Straße spielen friedlich miteinander, ohne größeren Lärm zu machen.

Zusammenleben auf engstem Raum

In Hotels sieht es ebenfalls anders aus. Da der Wohnraum in den Großstädten sehr teuer ist, sind die Hotelzimmer entsprechend klein und hochpreisig. Kurios: Um Platz zu sparen, werden die Badezimmer als eine Art „Plastikcontainer“ mitten in die Räume gesetzt.

 

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Grandiose Natur und viel schwitzen

Überwältigend vielfältig ist in Japan die Landschaft: schneebedeckte Berge mit klaren Seen, die an die Alpen erinnern. Weiße Sandstrände, dann wieder schwarze, vulkanische Strände, und immer kontrastreich im Hintergrund die Berge. Japan besitzt zudem viele Mischwälder, in denen teilweise auch Bambus wächst. Diese Landschaft ist die Heimat zahlloser Krähen, die vor allem durch ihr imposantes Geschrei zu beeindrucken wissen.

An der alten japanischen Tradition der SPAs kommt man übrigens auch nicht vorbei. Den europäischen Sauna- und Thermalbädern nicht unähnlich, treffen sich Japaner gerne in einer der zahlreichen SPAs, um mit ihren Kunden oder Freunden zu baden – natürlich nackt, allerdings getrennt nach Geschlechtern. SPAs gibt es überall da, wo heiße Quellen existieren. Oft werden sie direkt in die Hotelanlagen integriert.

Solaranlagen-Inspektion auf den Philippinen

Ein anderes Projekt brachte mich auf die Philippinen – hier musste ich Teile einer Solaranlage inspizieren. Wieder eine Möglichkeit, ein fremdes Land ein wenig kennenzulernen. Als Inselstaat, der aus mehr als 7.000 Inseln besteht, sind die Philippinen ebenfalls extrem vielseitig. Neben Inseln mit Megacities wie Manila gibt es Urlaubsinseln mit weiten Sandstränden, aber auch Inseln, die stark von Industrie geprägt sind.

Auf der Insel, die ich im Rahmen unseres Projekts besuchte, war Tourismus kein großer Einkommens-Motor. So gab es keine Sandstrände in der Region, dafür viele Bauern und Fischer. Haupteinnahmequelle der Region ist das Zuckerrohr – entsprechend viele Lastwagen sind auf der Insel unterwegs und belasten die Straßen, die deshalb regelmäßig erneuert werden müssen.

In meiner kurzen Zeit vor Ort konnte ich auch einen schönen Eindruck von den Menschen der Philippinen gewinnen. Sie lieben die Musik. Das stellten sie immer wieder bei abendlichen Besuchen in Bars unter Beweis. Gäste werden dabei stets zum Mitsingen animiert. Und mein philippinischer Kollege stellte sich – natürlich – als ein sehr guter Sänger heraus.

Von Thailand bis Mexiko vernetzt

Seid neuestem arbeite ich in Kooperation mit einem Kollegen in Thailand. Wir unterstützen den Aufbau des Solaranlagen-Teams vor Ort mit unserem Knowhow und unserer Erfahrung. Und damit nicht genug: Es gab auch eine erste globale Solaranlagen-Schulung mit einer Kollegin aus Mexiko. Vernetzung und Informationsaustausch ist das Gebot der Stunde. So wollen wir Schritt für Schritt unser Service-Paket in Mittelamerika ausbauen.

Gemeinsame Workshops stärken die Motivation

Ende letzten Jahres fand dann auch der erste globale Solaranlagen-Workshop statt. Kollegen aus Nordamerika, Mittelamerika, Europa, Dubai, Indien und Asien kamen zusammen, mit dem Ziel, eine gemeinsame Business-Linie anzustoßen und Kooperationen aufzubauen.

Für mich war das zudem eine sehr gute Gelegenheit, um Erfahrungen mit Kollegen aus dem gleichen Arbeitsbereich weltweit auszutauschen. Der Workshop hat uns allen gezeigt, dass noch ein weiter Weg vor uns liegt, bis TÜV Rheinland im Bereich Solaranlagen wirklich global vereint ist. Und dass wir alle hoch motiviert sind, diese Mission zu verwirklichen.

 

Viele Grüße aus Shanghai – euer

Jörg Theophil

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