Solarmodul-Prüfer in China: der beste Job meines Lebens

Solarmodul-Prüfer in China: der beste Job meines Lebens

Vor sechs Jahren stand ich vor einer großen Entscheidung: Sollte ich in Deutschland bleiben – oder den großen Schritt nach Asien wagen? Als Elektrotechnikermeister fand ich in Deutschland damals keinen passenden Job.
Doch in Shanghai bei TÜV Rheinland bot sich mir die einzigartige Gelegenheit, als Senior Engineer ein Testlabor für Solarmodule mit aufzubauen.

Was soll ich sagen? Ich wagte den Schritt … und krempelte damit mein Leben komplett um – nicht nur beruflich, sondern natürlich auch privat. Schließlich tickt man in China doch ganz anders als in Deutschland.

Von Transparenz verwöhntes Deutschland

Ich stellte zum Beispiel schnell fest, dass wir in Deutschland doch sehr verwöhnt sind, was Qualitäts- und Informationsaspekte bei Produkten angeht. In China gibt es zwar nahezu alles günstig zu erwerben, aber das in allen erdenklichen Qualitäten und oftmals mit wenigen bis kaum vorhandenen Information über das Produkt. (Weshalb ich mir schon diverse Netzteile mehr als einmal kaufen musste.) Einige Markenprodukte gibt es tatsächlich nur als Import mit acht bis zwölf Wochen Lieferzeit zu kaufen. Oder gar nicht, wenn sich kein Importeur findet.

Zwei Jahre wie im Flug

Die spannenden Projekte im Labor und mein abendliches Chinesisch-Lernprogramm hielten mich in den ersten zwei Jahren so beschäftigt, dass die Zeit rasend schnell verging. Und ganz nebenbei wurde ich in die neue Kultur und Gesellschaft integriert, vor allem dank der vielen gemeinsamen Abendessen mit den chinesischen Kollegen. Damit kommen wir zu einer bedeutenden Erkenntnis:

In China ist Essen im Alltag das Wichtigste.

Man sitzt mit vielen Menschen zusammen. Es werden unterschiedlichste Gerichte mit Gemüse, Fleisch oder Fisch aufgetischt. Alle Speisen – von Kaltgerichten bis zum Hauptgericht – landen nach und nach auf dem Tisch und werden von allen in der Gesellschaft geteilt.

Die goldene Regel: Ist ein Gast zugegen, darf er zuerst zugreifen. Damit wird dann auch das Buffet eröffnet. Es war übrigens überhaupt nicht schwer, mich an das Essen zu gewöhnen. Es gibt einfach zu viel Leckeres.

Mit TÜV Rheinland sportlich in Shanghai

Für mein Hobby Badminton fand ich im zweiten Jahr dann auch Zeit und Raum. Denn TÜV Rheinland unterstützt sportliche Aktivitäten, sodass ich ein Badminton-Team mit Kollegen aus allen möglichen Abteilungen ins Leben rufen konnte. Neben dem wöchentlichen Training standen schließlich auch Turniere auf dem Programm. So hatten wir auch beim Sport die Gelegenheit, TÜV Rheinland nach außen zu repräsentieren.

„Kleines“ China

Schließlich wechselte ich in eine neue Abteilung. Sie ist für die Abnahme und Inspektion von Photovoltaik-Anlagen zuständig. Das bedeutet vor allem viele Dienstreisen: von Xinjiang ganz im Westen bis Heilongjiang im hohen Nordosten bis Yunnan und Guangdong im südlichsten China.

Ich hatte die Möglichkeit, Regionen zu bereisen, in die es mich vermutlich andernfalls niemals verschlagen hätte, zum Beispiel in die Taklamakan-Wüste oder die Wüste Gobi. Auf meinen Reisen wurde China immer kleiner für mich.

Mein Job in diesem Land hat mich unglaublich weit herum gebracht. Nicht nur deshalb war meine Entscheidung, mit TÜV Rheinland nach China zu gehen, eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich genieße jede Minute.

Viele Grüße aus Shanghai in die Heimat, euer

Jörg Theophil

 

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