Physiker-Alltag: Sicherheit am Teilchenbeschleuniger prüfen

Physiker-Alltag: Sicherheit am Teilchenbeschleuniger prüfen

Wie ist die Erde genau entstanden und was hält unser Universum zusammen? Fragen wie diese haben mich schon immer interessiert. Deshalb war mir früh klar, dass ich Physik studieren wollte. Was allerdings danach kommen würde, wusste ich lange nicht. Dann ging aber alles ganz schnell.

Ende 2013 hatte ich meine Masterarbeit an der Ruhr-Universität in Bochum fertig, in der es unter anderem um die Verwendung radioaktiver Stoffe in einem Teilchenbeschleuniger ging. Und schon Anfang 2014 habe ich als Sachverständiger für Strahlenschutz bei TÜV Rheinland in Berlin angefangen.

 

Strahlenschutz wird großgeschrieben

Hier bin ich einer von rund 30 Physikern. Zu tun gibt es für uns in allen Geschäftsbereichen etwas – zum Beispiel in den Bereichen Energiesysteme und Automation, Werkstoff- und Produktprüfungen oder IT-Sicherheit. Eine meiner wichtigsten Aufgaben ist es, den Strahlenschutz in nuklearmedizinischen Abteilungen von Krankenhäusern, in Atomkraftwerken oder in Forschungseinrichtungen, wo Teilchen beschleunigt werden, zu prüfen.

Das hört sich vielleicht gefährlich an, ist es aber nicht. Ich musste noch nie einen Strahlenschutzanzug tragen. Mein treuer Begleiter ist das Dosimeter – so heißt das Messgerät, mit dem die Strahlung gemessen wird. In meinem Strahlenpass sind die Messergebnisse protokolliert, und da steht ganz klar eine Null.

 

Physiker

 

Schreibtischarbeit gehört dazu

Prüf- und Beratungstermine sind ein sehr spannender Teil meiner Arbeit, aber nicht der Großteil. Den verbringe ich am Schreibtisch. Schließlich gibt es immer auch Prüfberichte zu schreiben und Unterlagen zu prüfen. Naja, am Schreibtisch Ergebnisprotokolle zu verfassen mag nicht besonders aufregend klingen, gehört aber zu den Aufgaben eines Physikers dazu, auch in der experimentellen Wissenschaft. Das war mir aber von Anfang an klar.

Deshalb bin ich mehr als zufrieden, mich damals nicht für eine Promotion, sondern für die Praxiswelt bei TÜV Rheinland entschieden zu haben.

 

Autor

Daniel Heesch

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