Was sind die Pflichten eines Ausbilders? Was ist seine Funktion? Welchen Wert hat ein Ausbilder für junge Menschen? Ich bin seit genau einem Jahr Ausbilder in der Lehrwerkstatt für Mechatroniker bei TÜV Rheinland. Um die Pflichten eines Ausbilders zu erläutern, könnte ich jetzt auf verschiedene Paragraphen des Berufsbildungsgesetzes rumreiten und etwas vom „Erlangen der beruflichen Handlungsfähigkeit und bestimmter Kompetenzen“ schreiben. Doch es steckt so viel mehr dahinter.

Mein Lehrauftrag – mehr als nur Fachthemen

Fakt ist: In erster Linie versucht der Ausbilder während der 3 ½-jährigen Ausbildung dem Auszubildenden, die fachspezifischen Themen zu übermitteln und das Leitbild des Unternehmens näher zu bringen. Aber ist das schon alles?

Nein. Für mich hat ein Ausbilder weitaus mehr Pflichten. Ich habe als Ausbilder mit vielen verschiedenen Arten von Menschen zu tun. Wir haben momentan zehn Auszubildende in einem Alter zwischen 18 und 33 Jahren, mit verschiedener Herkunft, Kulturen, Ideologien und Werten. Meine Aufgabe ist es, diese jungen Menschen auf das zukünftige Berufsleben vorzubereiten. Ihnen deutlich machen, was es bedeutet, ein berufstätiger Erwachsener zu sein, selbstständig zu handeln und Eigeninitiative zu zeigen. Uns ist es wichtig, die Team-Fähigkeit zu fördern.

Das 1. Lehrjahr und ich bei unserer Weihnachtsfeier. Da waren wir erst Paintball spielen (s. Bild oben) und dann noch was essen.
Das 1. Lehrjahr und ich bei unserer Weihnachtsfeier. Da waren wir erst Paintball spielen (s. Bild oben) und dann noch was essen.

Ausbilder-Funktion: Vorbild und Helfer

Für den Auszubildenden stehe ich als Ansprechpartner für sämtliche Fragen zur Verfügung. Seien es fachliche, berufliche oder sogar private Themen. Dreieinhalb Jahre sieht man sich jeden Tag auf der Arbeit und interagiert zusammen. Böses Blut ist da absolut fehl am Platz. Mir ist es wichtig, dass meine Azubis selbstbewusst auftreten und keine Angst oder Bedenken haben, mich etwas zu fragen. Die Nähe zu den Auszubildenden ist von hoher Bedeutung. Seine Autorität sollte ein Ausbilder dabei nicht verlieren und insbesondere für junge Menschen als Vorbild fungieren.

Da ich als Vollzeitausbilder arbeite, versuche ich zusätzlich mich so oft es geht mit einem Azubi alleine hinzusetzen und bestimmte Themen, die er nicht verstanden hat, nachzuarbeiten. Ein Ausbilder sollte rundum für seine Auszubildenden da sein, um die Motivation hoch zu halten und ihnen den Weg ins Berufsleben zu erleichtern

Individuell auf jeden eingehen

Vor ein paar Wochen habe ich einem unserer Auszubildenden dabei geholfen, Möbelstücke zu ihm nach Hause zu transportieren. Wir haben uns einen Transit besorgt, alles eingeräumt und ich habe uns gefahren. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um mich mit ihm in einem privaten Vier-Augen-Gespräch zu unterhalten. Abseits des Arbeitsumfelds und der anderen Auszubildenden habe ich über seine Probleme in der Ausbildung erfahren, die er während des normalen Arbeitsbetriebs nicht äußern würde.

Azubis
Da ich mit einer großen Vielzahl unterschiedlicher Menschen arbeite, muss ich mich bei jedem individuell auf dessen Persönlichkeit einstimmen, um zu ihm durchzudringen. Nicht vergessen: „Jede Jeck is anders“.
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Autor des Beitrags

Marco Weber

Marco Weber

AUSBILDER

Marco Webers Job ist es, junge Menschen in die Arbeitswelt einzuführen. Ihnen fachliche, soziale und auch persönliche Kompetenzen zu vermitteln und diese zu vertiefen. Seine Kerntätigkeit besteht darin, die berufliche Handlungsfähigkeit der Auszubildenden zu fördern. Sein Karriere-Tipp für euch lautet: „Von nichts kommt nichts.“

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