Love Out Loud! – von der re:publica in Berlin

Love Out Loud! – von der re:publica in Berlin

Die Medienkonferenz re:publica in Berlin. „Da musst du mal hin!“, haben sie mir im Studium immer gesagt. Denn dort trifft sich alles, was in der Digitalszene Rang und Namen hat. Nun bin ich gerade seit acht Monaten in meiner neuen Position bei TÜV Rheinland, und schon habe ich es geschafft: Ich durfte bei der größten Konferenz der digitalen Gesellschaft in Europa dabei sein.

In diesem Jahr kamen nach eigenen Angaben rund 9.000 Besucher aus 70 Ländern zu der Veranstaltung nach Berlin. Darunter vor allem Blogger, Journalisten, Politiker, Wissenschaftler, Künstler – und Social Media Manager wie ich und meine Kollegin Anja.

 

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Mit Liebe gegen Ungerechtigkeit im Netz

Jedes Jahr steht die re:publica unter einem bestimmten Motto. Dieses Mal war es „Love Out Loud!“ (lautes Lieben), abgeleitet von der Chat-Abkürzung LOL „laugh out loud“ (lautes Lachen). Mit dieser Abwandlung richteten die Veranstalter den Fokus „auf all jene Menschen, Organisationen und Projekte, die sich gegen Hass, Gewalt und Ungerechtigkeit einsetzen und Licht in die dunklen Ecken der Gesellschaft tragen.“

Entsprechend viele Vorträge drehten sich um das Thema Hasskommentare und Fake News im Netz. Von großen Rednern wie Sascha Lobo bis zu einem kleinen Social-Media-Team vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge war alles dabei. Eine bunte Mischung, die mir erst bewusst machte, dass ich jetzt auch ein Teil dieser Szene – und darauf auch ein ganz kleines bisschen stolz – bin.

Hass nicht unkommentiert lassen

Die re:publica hat mir gezeigt, wie viele Menschen und Unternehmen täglich mit Hass im Netz konfrontiert sind. Ich bin dankbar, dass wir bei TÜV Rheinland damit nicht so oft in Berührung kommen. Trotzdem konnte ich viel für meine Arbeit als Social Media Manager dazulernen.

Zum Beispiel, dass es sich lohnt, Hasskommentare nicht einfach kommentarlos zu dulden und sich für eine Gegenrede stark zu machen. Ein Vortrag über die Polizeiarbeit auf Social Media machte mir klar warum: Dabei geht es um die sogenannte „Broken-Windows-Theorie“. Sie beschreibt, dass ein Haus mit einem kaputten Fenster viel schneller durch Vandalismus zerstört wird als ein Haus mit intakten Fenstern. Sobald nur ein einziges Fenster eingeschlagen wird, zeigt die Erfahrung, sinkt die Hemmschwelle für andere, sich ebenso zu verhalten. Aufmerksamkeit und soziale Kontrolle können dafür sorgen, dass das Haus vor Vandalismus geschützt wird.

Soziale Kontrolle kann schützen

Ähnlich funktioniert das Prinzip bei einer roten Ampel, an der eine Gruppe Menschen wartet. Sobald nur einer losgeht (und die Straße sicher überquert), folgen meist viele andere – die soziale Kontrolle hatte sie zuvor davon abgehalten, sich im Straßenverkehr regelwidrig zu verhalten.

Das gleiche Phänomen lässt sich im Internet beobachten. Wenn man Hasskommentare unmoderiert laufen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich andere Nutzer dazu motiviert fühlen, einen vergleichbaren Kommentar zu schreiben. Andersherum funktioniert es ebenso. Stellt man sich jedoch einem „Hater“ bewusst entgegen, erlebt man auch im Internet vermehrt ein solidarisches Miteinander. Es lohnt sich also für Social Media- oder Community-Manager, klare Grenzen zu setzen und Flagge zu zeigen.

Raus aus der Filterblase

Algorithmen, die hinter sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Co. stecken, entscheiden, welche Inhalte wir als Nutzer angezeigt bekommen und welche nicht. Das hängt stark von unserem eigenen Verhalten auf diesen Plattformen ab. Was gefällt mir? Welchen Inhalt habe ich kürzlich geteilt oder kommentiert? Worauf reagieren meine Freunde, mit denen ich auf Facebook vernetzt bin?

Es besteht die Gefahr, dass sich unsere Wahrnehmung verzerrt. Dass wir unsere Meinung nur auf Basis der Informationen, die Facebook für uns auswählt, bilden und das nicht einmal merken. Die Digitalszene spricht deshalb vom „Leben in der Filterblase“. Die sozialen Medien filtern Informationen und isolieren uns von jenen, die sie als irrelevant für uns erachten.

 

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An einem Aktionsstand in der Haupthalle der re:publica wurde den Besuchern das Prinzip der Filterblase ganz plastisch vorgeführt. Dort waren drei Farbfilter-Kapseln vor einem Bildschirm installiert, das eine bunte Animation zeigte. Stellte man sich in eine der Kapseln – zum Beispiel die Rotfilter-Kapsel – so konnte man keine roten Elemente auf dem Bildschirm wahrnehmen.

Aus dem Blaufilter heraus sah es wieder ganz anders aus. Egal in welcher Kapsel man stand – stets sah man nur eine bestimmte Variation, nie aber konnte man das ganze Bild erkennen. Genauso funktioniert das in den sozialen Netzwerken. Es war gut, sich dessen einmal bewusst zu werden.

 

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Virtual Reality – auch 2017 ein Videotrend

Virtual Reality war auch in diesem Jahr wieder eines der Trendthemen auf der re:publica. Unzählige Messestände luden die Besucher dazu ein, beim Erlebnis 360°-Video mittendrin zu sein. Ein Trend, den wir von Berlin mit nach Köln genommen haben und den wir bei unserer Arbeit künftig umsetzen werden. Ein erstes Projekt steht sogar schon fest: Zur Nacht der Technik am 23. Juni wird es bei TÜV Rheinland eine Virtual-Reality-Station geben. Was es dort zu sehen gibt, verrate ich aber noch nicht.

Mein Fazit zur re:publica

Neben vielen ernsten und politischen Themen, die einen wirklich nachdenklich stimmen können, hatten wir auch eine Menge Spaß in Berlin. Gerade in den Pausen zwischen den Vorträgen gab es auf der re:publica viel zu entdecken – vom Bällebad bis zur Gameshow war alles dabei. Jetzt muss ich die vielen Eindrücke erst einmal verarbeiten, eines hat sich aber schon in meinem Gedächtnis verankert: Love Out Loud!

 

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1 Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen tollen Bericht!

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