Lebenslanges Lernen Teil 2 – Design Thinking im Alltag - TÜV Rheinland

Lebenslanges Lernen Teil 2 – Design Thinking im Alltag

Lebenslanges Lernen Teil 2 – Design Thinking im Alltag

Im ersten Teil dieser Reihe habe ich euch bereits erzählt, warum Weiterbildungen den Alltag erleichtern können und wir alle herausfinden sollten, welcher Lerntyp wir sind. Lest hier Teil 1 meines Beitrags, damit ihr wisst, worum es geht.

Was ich euch bisher noch nicht verraten habe: Ich bin ein visueller Lerntyp. Mich erreicht man am besten über Bilder oder Videos. Ich brauche eine klare Gliederung der Inhalte, farbige Darstellungen, Schaubilder – also definitiv eine Präsentation. Ich lege Wert auf Pünktlichkeit und darauf, dass Regeln eingehalten werden. Ich brauche Struktur, Ordnung und Seminarunterlagen, auf die ich noch etwas schreiben kann.

Design Thinking – wie für mich gemacht

Besonders gefreut hat mich die Teilnahme am Basisworkshop Design Thinking. Meine Kollegin Simone hat euch hier bereits einiges zu Innovationen bei TÜV Rheinland und dem Grundprinzip hinter Design Thinking verraten. Eine kurze Zusammenfassung: „Design Thinking beschreibt eine nutzerzentrierte, systematische, iterative Herangehensweise, die einen kreativen und kollaborativen Ansatz zur Lösung komplexer Probleme nutzt.“. Uff – ganz schön kompliziert. Viel wichtiger als die Erklärung, was genau hinter diesem Ansatz steckt, sind die Methoden. Ich hatte euch ja versprochen, dass ich euch erzähle, was man in den Seminaren so für´s Leben lernt.

Freiraum für neue Ideen im Innovation Space

Um neue Ideen generieren zu können, hilft es manchmal sein gewohntes Umfeld zu verlassen. Im Arbeitsalltag ist das nicht immer einfach, wenn ich an meinem Schreibtisch vor dem Rechner sitze. Genau dafür gibt es unseren Innovation Space. Hier kann man seinen Arbeitsplatz einfach mal verlassen, sich räumlich und gedanklich ausbreiten, Whiteboards, Tafeln oder Post-its nutzen und seine Ideen in Mindmaps oder Clustern visualisieren. Ich habe mich deshalb schon oft zur Ideenfindung in den Innovation Space zurückgezogen. Das funktioniert für mich sehr gut. Deswegen finden auch alle Innovationsworkshops bei TÜV Rheinland in der 18. Etage statt.

Innospace TÜV

Was aber, wenn ich in meinem Unternehmen oder an meinem Standort keinen solchen Raum zur Verfügung habe? Grundsätzlich kann man in jedem Büro Raum für neue Ideen schaffen. Ein Beispiel: Ich habe die Post-it-Variante auch schon an meinem Rechner ausprobiert und die Klebezettel hinter mir an mein Sideboard gehängt. Visualisierung geht also auch auf engstem Raum. Meine Kolleginnen und Kollegen waren so angetan, dass wir nun auch einen kleinen Bereich des Newsrooms neu gestaltet haben.

Newsroom TÜV

Für ein Vorher-Video vom Newsroom, hier klicken!

Und im Privatleben?
Ich schreibe zum Beispiel meine Einkaufsliste und To-do-Zettel noch per Hand und liebe es, Dinge durchzustreichen, wenn sie erledigt sind. So kann ich mir Sachen auch viel besser einprägen.

Gewusst wie: Post-its richtig abreißen

Kleiner Lifehack nebenbei: Habt ihr euch schonmal überlegt, wie man eigentlich mit Post-its arbeitet? Ich ehrlich gesagt nicht. Auch das habe ich beim Design Thinking Workshop gelernt:

Nur ein Gedanke pro Zettel
Keinen zu großen Stift benutzen
Visuell arbeiten: wenig Text und einfache Symbole
Nicht zu klein schreiben
Den Zettel von links nach rechts abziehen und nicht von unten nach oben – dann hält er beim Aufkleben besser

Ideen-Findung leicht gemacht – mit Design Thinking

Warum haben Andere immer so gute Ideen? Warum bin ich nicht darauf gekommen? – Kommen euch diese Sätze bekannt vor? Im Workshop habe ich gelernt: Jeder hat gute Ideen, jeder kann ganz leicht welche finden und das in kürzester Zeit – man muss nur die richtigen Methoden kennen.

Zum Beispiel kann man sich in eine prominente Person hineinversetzen und überlegen, wie sie die Aufgabe lösen würde. Das nennt man „Superhelden-Brainstorming“. Was würde die Queen dazu sagen? Oder George Clooney? So kommt man ganz leicht auf Ideen, an die man selbst vielleicht gar nicht gedacht hätte.

Superhero-Brainstorming

Schön ist auch das „Anti-Brainstorming“, bei dem man sich nur die schlimmsten Szenarien ausmalt, die eintreffen könnten. Beispiel: Jemand kommt dafür ins Gefängnis oder verliert sein gesamtes Vermögen. Diese negativen Situationen kehrt man dann ins Gegenteil um und hat so viele neue Ansätze, mit denen man weiterarbeiten kann.

Uns Menschen fällt es nämlich nachweislich leichter, wenn wir über die schlimmsten oder schwachsinnigsten Dinge nachdenken. Viele von uns haben einen so hohen Anspruch an sich selbst oder die Idee, dass sie vor lauter Perfektion dann gar nicht mehr denken können. Hier gilt: Jede Idee ist erlaubt. Egal wie doof, lustig, unrealistisch oder banal sie ist. Aussortieren kann man am Ende immer noch. Um aber eine wirklich gute Idee zu haben, muss man erst viele andere verwerfen.

Das A und O: Customer Centricity

Eine weitere Erkenntnis, die ich im Design Thinking Workshop gewonnen habe: Wer sagt, dass das, was wir gut finden, auch unsere Kunden gut finden? Oft sitzen wir hinter verschlossenen Türen und denken uns Dinge aus, die wir für richtig und sinnvoll erachten. Ohne dabei die Menschen zu fragen, die wir mit der Idee, dem Produkt, dem Video, der Story, der Dienstleistung beglücken wollen.

Ein wesentlicher Grundsatz des Workshops war deshalb die radikale Nutzerzentrierung. Im Design Thinking Prozess kommt man an verschiedenen Stellen immer wieder auf den Nutzer zurück. Man fragt ihn, was seine Bedürfnisse sind, wie er das geplante Produkt findet oder ob er den gebauten Prototypen so verwenden würde, wie wir es uns ausgedacht haben. Diese Design Thinking Methode kann man auch wunderbar auf den Alltag übertragen.

Beispiel Geburtstag: Wir würden auch keine Geschenke kaufen, ohne das Geburtstagskind zu fragen, was es sich eigentlich wünscht.

Beispiel Familienurlaub: Wenn Mama und Papa alleine entscheiden, wohin es in den Sommerurlaub geht, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Kinder die ganzen Ferien über irgendetwas zu meckern haben.

Lebenslanges Lernen – es hört nie auf

Nach zweieinhalb Jahren als Social Media Manager ist klar, dass noch viele spannende Herausforderungen auf mich warten und man niemals auslernt. Und dass frischer Wind und etwas Neues manchmal einfach nötig sind. Auch wenn ich euch eingangs gesagt habe, dass ich eine Präsentation benötige: Es muss nicht immer die Powerpoint sein.

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