Technik, Autos, Mobilität – Themen, die mich schon in meiner Jugend interessiert haben. Doch nicht nur das Technische, auch der Kontakt zu Menschen ist mir in meinem Job unheimlich wichtig. Warum mein Beruf als Fahrerlaubnisprüferin beides vereint, erzähle ich euch in meinem Blogbeitrag.

Berufswunsch: von der Fahrlehrerin zur Fahrprüferin

Das erste Mal in Kontakt mit TÜV Rheinland kam ich, wie viele andere von euch sicher auch – bei der Fahrerlaubnisprüfung. Damals mit 15 Jahren habe ich die MOFA-Prüfbescheinigung erworben. Ein Jahr später folgte die Fahrerlaubnisklasse A1. Nach und nach legte ich alle Prüfungen bis zur Klasse D ab. Neben meiner regulären Schulzeit habe ich auch in der Fahrschule ausgeholfen: Papierfragebögen auswerten, Anträge annehmen und Fahrschüler zur theoretischen sowie praktischen Fahrerlaubnisprüfung begleiten. In meiner Freizeit war ich in einem Motorradverein aktiv, den mein damaliger Fahrlehrer geleitet hat.

Meine Idee, nach dem Abitur Fahrlehrerin zu werden, kam also nicht von ungefähr. Das hat aber nicht geklappt, weil ich mit meinen 19 Jahren einfach noch zu jung war. Für die Ausbildung zur Fahrlehrerin ist ein Mindestalter von 21 Jahren vorgegeben. So habe ich umdisponiert und ein duales Maschinenbaustudium absolviert. Nach meinem Master bin ich an der Uni geblieben und war dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Nach vielen Stunden am PC kam der Wunsch zurück, Technik und den Kontakt zu Menschen in meinem Beruf zu vereinen. So bin ich 2015 bei TÜV Rheinland in der Mobilität für den Bereich Fahrerlaubniswesen gelandet.

Mein Job-Highlight als Fahrerlaubnisprüferin

Um als Fahrerlaubnisprüferin arbeiten zu dürfen, musste ich mich zur amtlich anerkannten Sachverständigen mit Teilbefugnis ausbilden lassen. Mein Hauptgeschäft besteht aus der Durchführung von theoretischen und praktischen Fahrerlaubnisprüfungen. Mein Tag richtet sich nach dem Tourenplan, den ich von der Disposition bekomme. In der Regel weiß ich meine Termine zwei Wochen im Voraus, sodass ich meine Freizeit gut planen kann. Der Tourenplan beinhaltet bei praktischen Prüfungen den Prüfort, die Termine der Fahrschüler*innen sowie die jeweiligen Fahrschulen. Über eine App auf dem Smartphone erhalte ich Informationen über die Prüflinge. Damit kann ich die Person im Prüfungsfahrzeug richtig zuordnen und habe Kenntnis über Auflagen, wie zum Beispiel das Tragen einer Brille. Abwechslung bieten die täglich wechselnden Prüforte und die verschiedenen Fahrerlaubnisklassen.

Besondere Freude macht es mir, Gutachten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu erstellen. Dabei beraten wir Menschen mit Handicap, wie auch sie mobil gemacht werden können. Auf Basis eines ärztlichen Gutachtens schauen wir gemeinsam, welche technischen Änderungen am Fahrzeug notwendig sind, damit die Fahrschüler*innen den Wagen bedienen können. Anschließend erfolgt eine Fahrprobe. Dabei wird begutachtet, ob ein sicherer Umgang mit dem umgebauten Kraftfahrzeug gegeben ist. Es ist schön, Menschen zu mehr Mobilität und damit zu mehr Unabhängigkeit zu verhelfen.

Guter Team-Zusammenhalt

In meinem Alltag bin ich alleine als Mitarbeiterin unterwegs. Sollte ich mal eine Frage haben, sind die Kolleg*innen telefonisch zu erreichen oder bei den regelmäßigen Team-Besprechungen anzutreffen. Außerdem kommt es schon mal vor, dass mehrere Prüferinnen und Prüfer am gleichen Tag an einem Prüfort tätig sind, sodass wir zusammen Mittagspause machen können. Die Atmosphäre ist sehr kollegial.

Bei so viel Bezug zu Fahrzeugen freue ich mich nach der Arbeit über körperliche Bewegung und lasse oft das Auto stehen. Wenn es im Freundeskreis jedoch darum geht, wer hinter dem Lenkrad sitzt, fahre ich am liebsten selbst. Ansonsten bin ich eigentlich eine stille Mitfahrerin. Allerdings rutscht dann unbewusst doch schon mal eine Richtungsangabe wie „die nächste links, bitte“ heraus.

Autorin des Beitrags

Laura Winkel

Laura Winkel

Fahrerlaubnisprüferin

Laura Winkel ist amtlich anerkannte Sachverständige für Fahrerlaubnisprüfungen. Als Fahrerlaubnisprüferin nimmt sie Führerscheinanwärtern die theoretische und praktische Fahrprüfung ab. Darüber hinaus setzt sie ihr technisches Wissen und ihre Fachkompetenz für die Erstellung von Gutachten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein. In ihrer Freizeit ist sie gerne sportlich aktiv. Ob wandern oder Mountainbike – in ihrem Heimatort, dem ländlich gelegenen Müschenbach bieten sich allerhand Gelgenheiten dazu.

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