Nach meinem Dienstzeitende 2012 und fast 35 erfüllten Berufsjahren hatte ich viele Pläne. Nochmal berufstätig zu werden, gehörte nicht zu meinen Prioritäten. Doch es kam anders!

Spannende Jahre bei der Bundeswehr

Bereits im Alter von zwölf Jahren wusste ich: Ich will Arzt werden. Schon während meines Studiums der Humanmedizin als Sanitätsoffizieranwärter kristallisierte sich die Chirurgie als Spezialisierungswunsch heraus. Nach ersten praktischen Erfahrungen im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz durfte ich sehr früh eines der großen Sanitätszentren der Luftwaffe leiten. Bald eröffnete sich mir die damals für einen Arzt außergewöhnliche Möglichkeit, an der Generalstabsausbildung der Bundeswehr teilzunehmen.

Karriere nach Bundeswehr
Bei einem Einsatz in Afghanistan 2005.

In unterschiedlichen Funktionen durfte ich Verantwortung für Konzeption, Planung und Koordination nationaler und multinationaler medizinischer Versorgung tragen und Veränderungen mitgestalten.

Unser Verteidigungsministerium, die damals existierende Westeuropäische Union, die NATO und die Europäische Union sowie Einsätze in Afghanistan und im Kosovo gehören zu meinen prägenden Stationen.

Nach einer intensiven Zeit, wozu auch die Funktion als einer der Sprecher des Ministeriums und als Sprecher des Generalinspekteurs gehört, verließ ich im Zuge der großen Reform Ende 2012 die Bundeswehr. Voller Dankbarkeit blicke ich auf ein erfülltes Berufsleben zurück.

Eine überraschende Chance

Ohne die Absicht, wieder erwerbstätig werden zu wollen, schon gar nicht in der Arbeitsmedizin, nahm ich im Herbst 2013 an einer Informationsveranstaltung der Arbeitsmedizinischen Dienste des TÜV Rheinland teil. Nicht nur die kollegiale Atmosphäre, sondern vor allem die Aussicht, in unterschiedlichen Unternehmen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz mitzugestalten, begeisterte mich. Seit 2014 bin ich nicht mehr „nur“ Pensionär, sondern auch Mitarbeiter der AMD TÜV Rheinland, und als Betriebsarzt betreue ich zahlreiche Unternehmen sehr unterschiedlicher Branchen. Dabei kommt mir nicht nur meine gelegentliche Mitarbeit in der Zimmerei meines Vaters in meiner Jugend, sondern vor allem meine Erfahrung als Sanitätsoffizier zugute.

Dr. med. Rüdiger Trapp
Einsatz Afghanistan
Bei einem Einsatz in Afghanistan 2005.

Arbeitsmedizin – genauso erfüllend

Als Arzt in Streitkräften ist man – bewusst oder unbewusst – häufig mit arbeitsmedizinischen Fragen konfrontiert. Der Truppenarzt muss entscheiden, wer mit welchen gesundheitlichen Einschränkungen wo und wann einsetzbar ist.

Der Medical Director in einem Auslandseinsatz muss z.B. beurteilen, ob bestimmte Gebäude gesundheitlich unbedenklich genutzt werden können – als Unterkunft für Soldaten oder Einsatzzentrale etc. Vieles im Aufgabenspektrum des Sanitätsoffiziers (Arzt) ist im Grunde Arbeitsmedizin.

Kolleginnen und Kollegen, die sich noch nicht konkret damit beschäftigt haben, erscheint Arbeitsmedizin oft als wenig interessant. Völlig zu Unrecht, wie die Praxis zeigt. Es gibt wahrscheinlich keinen anderen medizinischen Bereich, wo ärztliche Kompetenz, Gestaltungswille und Lebenserfahrung so synergetisch zusammenwirken, wo präventivmedizinische Ansätze so schnell konkret sicht- und spürbar umgesetzt werden können.

Meine Entscheidung, mich in der Arbeitsmedizin beim TÜV Rheinland zu engagieren, habe ich nie bereut. Inzwischen bin ich Facharzt für Arbeitsmedizin, und ich freue mich jeden Tag auf spannende Herausforderungen, interessante Menschen und ein motiviertes Team.

Autor des Beitrags

Dr. med. Rüdiger Trapp

Dr. med. Rüdiger Trapp

Facharzt für Arbeitsmedizin und ärztlicher Mitarbeiter der AMD TÜV Arbeitsmedizinische Dienste GmbH

Dr. Rüdiger Trapp, Oberstarzt a.D., ist Facharzt für Arbeitsmedizin und ärztlicher Mitarbeiter der AMD TÜV Arbeitsmedizinische Dienste GmbH. Als Betriebsarzt betreut er Unternehmen und Institutionen eines breiten Branchenspektrums. Die Einbindung aller maßgeblichen betrieblichen Akteure in ein proaktives und nachhaltiges Gesundheitsmanagement liegt ihm besonders am Herzen. Er hat zwei erwachsene Kinder, lebt in Bad Kreuznach und ist auch privat kreativ, insbesondere auf dem Gebiet musikalischer Komposition.

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