Als Mitte März die Corona-Krise mit dem Lockdown Deutschland erreichte, wurden sehr viele Arbeitgeber*innen vor große Herausforderungen gestellt. Entschlossen und mit viel Bedacht gehandelt hat auch TÜV Rheinland. Von jetzt auf gleich wurden, wie in den meisten anderen Unternehmen auch fast alle Mitarbeiter*innen nach Hause geschickt, um von dort weiter arbeiten zu können. Sicherheit und Schutz der Belegschaft standen dabei an oberster Stelle.

 

In dieser Situation blieb dann auch keine Zeit, beim Thema Home Office nach dem „Warum“ zu fragen, sondern nur noch nach dem „Wie“?. Auf einmal war es egal, ob Führungskräfte oder Mitarbeitende es gut oder schlecht finden, von zu Hause zu arbeiten. Nicht egal war dagegen die Infrastruktur. Laptops, Zugänge zum Netzwerk, Videokonferenzsysteme und vieles mehr musste funktionieren. Ein dickes Lob an unsere IT, für die all diese Themen zum Glück kein Neuland war. Der Übergang vom Office zum Home Office hat in den meisten Fällen reibungslos geklappt.

Home Office + Remote Work + Kinderbetreuung – Challenge accepted

Ich habe auch schon vor Corona regelmäßig von zuhause aus gearbeitet, also war ich das schon gewohnt. Doch eine so lange Zeit ohne die Kollegen und Kolleginnen, ohne den persönlichen Kontakt und den kleinen Plausch bei einer Tasse Kaffee in der Küche ­­– das war schon merkwürdig. Und hat mir sehr gefehlt.

Die Arbeit in Remote Teams zu organisieren, gestaltet sich natürlich etwas schwieriger als vor Ort. Insbesondere dann, wenn auch noch Abläufe und Prozesse angepasst werden müssen. Da bleibt einfach erstmal ein bisschen was auf der Strecke, weil sich alle neu sortieren müssen. Und den Satz “Ach, wo ich dich gerade sehe…“ – habe ich monatelang nicht mehr gehört.

Unser Vorteil war sicherlich, dass dem überwiegenden Teil der Kolleg*innen das Arbeiten auf Distanz schon vorher vertraut war. Die Arbeit mit Kommunikationstools wie Zoom, Teams und Skype war also größtenteils schon bekannt. Auf diese Weise ist es uns auf jeden Fall sehr gut gelungen, auch über die Entfernung einen guten Draht zueinander zu behalten.

So praktisch die Tools und Home Office auch waren – in den sehr schwierigen Zeiten hat uns in die Betreuung von Kindern und älteren Angehörigen neben der Arbeit vor große Herausforderungen gestellt. Telefonate mit Kindergeschrei im Hintergrund waren dabei wohl noch die harmloseste Erscheinung. Die Belastung war schon immens, sowohl für Eltern als auch für die Kinder. Ich habe schon oft gelesen, Home Office und Kinderbetreuung lässt sich nicht vereinbaren. Klar, optimal ist das nicht. Aber auch hier galt von jetzt auf gleich: Es muss aber funktionieren. Dafür musste ich mir dann aber meine Zeit ein bisschen anders einteilen. Statt morgens in Ruhe zu frühstücken, wurde nur hastig ein Kaffee geschlürft und direkt die ersten Mails beantwortet. Und damit die morgens kinderfreie Zeit optimal genutzt werden konnte, hat der Wecker auch schon mal eine Stunde eher geklingelt. Abends dasselbe Bild nachdem die Kinder im Bett waren. Nur dass statt Kaffee ein Glas mit einem Kaltgetränk neben dem Laptop stand.

Zurück im Büro und doch alles anders wie zuvor

Seit Juli bin ich für einige Tage in der Woche wieder im Büro. Einfach zurück und alles wie vorher, geht aber nicht. Die Hygienevorschriften müssen penibel eingehalten werden: Meldelisten, Mundschutz im Aufzug, Mindestabstände zwischen den Schreibtischen. In Großraumbüros können viele Arbeitsplätze so gar nicht genutzt werden. Es dürfen auch nicht alle Kolleg*innen gleichzeitig kommen. Da klappt die Abstimmung intern besser, wenn sich die Teams untereinander absprechen, wer wann zu Hause bleibt und wer an welchem Tag ins Office geht.

Die erste Zeit wieder im Büro war, ich kann es nicht anders sagen, erstmal komisch. Nach so einer langen Zeit im Ausnahmezustand fühlte sich die Rückkehr anders an als wie zum Beispiel nach einem Urlaub. Und das lag nicht nur an den Corona-Schutzmaßnahmen und Kolleg*innen, die man unter der Maske nicht auf den ersten Blick erkannt hat. Für mich war es am merkwürdigsten, auf halbleere Etagen, Büros und Flure zu treffen. Der Parkplatz ist immer noch viel leerer als sonst. Beim Gang in die Kantine gibt es – auch aufgrund der Hygienevorschriften und Abstandsregelungen – noch nicht das typische Gedränge zu Stoßzeiten. Es fühlt sich alles noch ein bisschen unwirklich an. Von Normalität sind wir also noch ein Stück entfernt.

Das Beste aus beiden Welten im richtigen Mix

Ich bin froh wieder zurück zu sein, möchte aber auch das Home Office nicht ganz missen. Was auffällt: Durch Remote Work sind größere Meetings viel weniger geworden. Gerade Präsenztermine. Und bei den Online-Meetings gibt es aus meiner Sicht eine klarere Fokussierung auf das Wesentliche. Small Talk und ausufernde Vorstellungsrunden bleiben aus, womit wir uns viel Zeit ersparen.

Wie so oft im Leben macht es auch hier die Mischung. Vor allem bin ich froh, die Kollegen und Kolleginnen wiederzusehen. Darüber hinaus ist es wichtig, zurück in einen normalen Rhythmus zu finden. Auch in Zukunft werde ich weiter gerne morgens im Schlafanzug beim ersten Kaffee am Laptop sitzen und mir keine Gedanken um Rasur, Frisur und Kleidung machen. Dann weiß ich aber auch, dass ich am nächsten Tag wieder ins Büro fahre und kann die Freiheiten in der Arbeitsplatz- und Zeitgestaltung viel mehr genießen.

Autor des Beitrags

Andy Fuchs

Andy Fuchs

TEAMLEITER PERSONALMARKETING

Andy Fuchs ist Teamleiter im Bereich Personalmarketing und verantwortlich für das Arbeitgeberimage von TÜV Rheinland. Da die Kommunikation mit Bewerbern immer häufiger auf unterschiedlichen Social Media Kanälen stattfindet, macht das Posten, Sharen, Zwitschern und Bloggen auch einen Großteil seiner täglichen Arbeit aus. Als gebürtiger Ostwestfale ist er vor 15 Jahren nach Köln gezogen, wo die Lebensfreude der Rheinländer im Allgemeinen und der Kölner im Speziellen anfangs wie ein kleiner Kulturschock gewirkt haben. Mittlerweile ist ein Leben ohne Dom, Rhein und Karneval für ihn aber kaum noch vorstellbar. Neben der noch jungen Familie interessiert er sich vor allem für Film und Fußball. Die Wahl seines Lieblingsvereins Arminia Bielefeld stellt seine Leidensfähigkeit dabei oft auf eine harte Probe. Wenn die Reisetasche gepackt wird, dann am liebsten für einen Trip nach Spanien. Die schönen Ecken von Mallorca, der Costa Brava und Barcelona sind so etwas wie eine zweite Heimat geworden.

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