China: Leben und Arbeiten im Wandel der Zeit

China: Leben und Arbeiten im Wandel der Zeit

Seit einigen Jahren bin ich nun bereits als Solarmodul-Prüfer in China unterwegs. Auf spannende Zeiten der Entdeckungsreisen in China folgten Jahre der Veränderung – privat und beruflich. Beides ist spannend, aber fangen wir mit dem Privaten an: Ich habe in China geheiratet und wurde bald Vater einer kleinen Tochter. Vom Aktivsportler wurde ich zum Familienmenschen, die Tage wurden länger und die Nächte kürzer (kleine Kinder kennen schließlich keine gesellschaftlichen Zwänge).

Anderes Sozialsystem, andere Herausforderungen

All das war sehr schön, brauchte aber auch eine gewisse Zeit der Umgewöhnung, allein schon wegen der Sozialstrukturen.

Ein Sozialsystem wie in Deutschland, das die Familie unterstützt, wenn z.B. die Frau nicht arbeiten geht, existiert in China nicht. Das bringt finanzielle Einbußen mit sich. Und als meine Frau nach einem Jahr wieder zu arbeiten begann, mussten wir eine Tagespflege organisieren, da es hier keine Kitas für Kleinkinder gibt. Man schafft zwar sehr viel mit der Hilfe von Freunden, Kollegen und Bekannten – aber gerade mit Kindern wird deutlich, wie sehr die eigenen Eltern fehlen, wenn man im Ausland lebt.

TÜV Rheinland immer globaler

Aber natürlich gibt es nicht nur das Privatleben, sondern auch das Berufliche: Bei TÜV Rheinland hat sich in den letzten Jahren eine ganze Menge geändert, darunter die Firmenleitung, die regionale Abteilungsleitung und mein direkter Vorgesetzter. Zudem wurde die gesamte Firmenstruktur deutlich globaler ausgerichtet.

Die personellen Umstrukturierungen kamen unter anderem dem Team zugute: Endlich gab es genug Zeit, um lange liegengebliebenen „Papierkram“ aufzuarbeiten.

Neue Software hilft, den Überblick zu behalten

Außerdem brachten wir unsere Arbeitsprozesse und Software auf den neusten Stand. Dann galt es, das Equipment und dessen Kalibrierung zu optimieren. Wir erhielten dafür ein sogenanntes „Key User Training“ für die „Global Technical Equipment Managment“-Datenbank, kurz GTEM. Geräte können mit dieser Datenbank direkt den Projekten zugeordnet und Kalibrierzeiten als Nachricht an den Benutzer geschickt werden. Das vereinfacht es, bei einer stetig steigenden Anzahl an Messgeräten und Aufgaben den Überblick zu behalten. Excel-Listen ade!

Darüber hinaus wurde unser Qualitätsmanagementsystem umgestellt, was einen erheblichen Arbeitsaufwand mit sich brachte. Denn alle Arbeitsanweisungen mussten an das neue Format angepasst werden.

Von China über Japan in die ganze Welt

Globalisierung ist bei uns ein wichtiges Thema. TÜV Rheinland hat in den letzten Jahren die Prozesse immer weiter vernetzt und international aufgestellt. Nach gut sechs Jahren bei TÜV Rheinland Shanghai wurde meine Arbeit also auch immer globaler. Ich arbeitete inzwischen mit Kollegen aus unterschiedlichsten Ländern zusammen. So gehörten dann auch Japan und Thailand zu meinem Arbeitsumfeld.

Was das für die Arbeit und für mich bedeutet, davon mehr in meinem nächsten Blogbeitrag.

Viele Grüße aus Shanghai, euer

Jörg Theophil

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