Ich stand vor der ersten großen Abschlussprüfung in meinem Leben – die Bachelorarbeit im Maschinenbaustudium. Das richtige Unternehmen, als Unterstützung an seiner Seite zu haben, ist unheimlich wichtig. Wie ich meine Bachelorphase in der Kunststofftechnik-Abteilung von TÜV Rheinland erlebt habe, erzähle ich euch nun.

Mein Weg zum Maschinenbaustudium

Nach meinem Abitur habe ich 2012 ein Physikstudium an der Universität in Bonn begonnen. Die Entscheidung dafür fiel mir nicht schwer, hatte mir das Fach doch in der Schule schon großen Spaß gemacht. Jedoch merkte ich im Laufe des Studiums, dass die Richtung zwar stimmte, ich aber den praktischen Bezug vermisste.

So bin ich nach vier Semestern zum Studiengang „Allgemeiner Maschinenbau“ an die Hochschule Koblenz gewechselt. Auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Teil dieses Studienfachs ist ein Praxissemester und die Bachelorarbeit, die zusammen den Abschluss des Studiums bilden. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Unternehmen, wo ich Praxiserfahrungen sammeln und meine Abschlussarbeit schreiben konnte – und fand das Studentenprogramm von TÜV Rheinland.

Betreuung durch das Unternehmen

Ich habe dann bei der TÜV Rheinland Industrie Service GmbH in der Abteilung für Kunststofftechnik angefangen. Dort lernte ich meinen Betreuer Dominic Müller kennen. Sein Wissen als Sachverständiger für Kunststoffrohrleitungen und -apparate war eine riesengroße Hilfe bei meiner Bachelorarbeit. Er hat mich fachlich beraten, mich bei der Auswahl der Versuche unterstützt und mit mir die Ergebnisse diskutiert. Durch diesen Austausch fiel es mir viel leichter, die Auswertungen einzuordnen, das Gesamtbild zu begreifen und falsche Interpretationen zu vermeiden.Auch die anderen Mitarbeiter aus der Abteilung waren stets bereit, auf meine Fragen einzugehen. Diese Gespräche halfen mir, die Zusammenhänge viel schneller und besser zu verstehen, als es mir sonst möglich gewesen wäre. Und zu verstehen gibt es so Einiges, wenn man seine Bachelorarbeit zum Thema „Alterung von Kunststoffen“ schreibt!

Themensuche im Bereich Kunststofftechnik

Wie ich auf mein Thema gekommen bin? Ich würde sagen, in der Abteilung für Kunststofftechnik kommt man um das Thema gealterte Kunststoffe fast nicht herum 😉 Mir ist aufgefallen, dass für die Mitarbeiter keine Richtlinie oder Norm zur Beurteilung einer alten Anlage existierte. Ich wollte Kriterien finden, nach denen eine Untersuchung nachvollziehbar und einheitlich von den verschiedenen Sachverständigen durchgeführt werden konnte. Das Ziel: eine Datenbank, mit der die Sachverständigen genauere Vorhersagen über die Lebensdauer von Anlagen, Kunststoffbauteilen und Materialien treffen können.

Die Bachelor-Phase in der Kunststofftechnik

Zuerst habe ich mich darangemacht, aus den vorhandenen Berichten die wichtigsten Daten herauszufiltern und in die Datenbank einzupflegen. Das war nicht nur aufwendig, sondern auch schwieriger als gedacht. Da es ja keine Norm für die Berichte gab und die Anlagen sehr unterschiedlich sind, waren auch die Berichte nicht einheitlich. Außerdem sollte die Datenbank so angelegt sein, dass die Eingabe möglichst einfach, fehlerfrei und schnell stattfinden kann. Dafür musste ich mich in ein Programm von Excel einarbeiten, dass ich bis dahin noch gar nicht kannte.Die meiste Zeit bei der Bachelorarbeit für mein Maschinenbaustudium nahm jedoch die Auswertung der Versuche in Anspruch. Es wurden verschiedene Materialproben entnommen und sie gängigen Prüfverfahren der Kunststofftechnik unterzogen. Zum Beispiel der „Zugversuch“ bei dem die Probe bis zur Zerstörung auseinandergezogen wird. Anhand dieser Versuche konnte ich den IST-Zustand einer Anlage feststellen und kam zu der Erkenntnis: Veränderungen im Material lassen sich bereits nachweisen, bevor die Mängel sichtbar sind. Führt ein Sachverständiger nun labortechnische Materialanalysen durch, holt Informationen über die Historie und den Verwendungszweck der Anlage ein und nutzt die im Rahmen der Bachelorarbeit eingeführte Datenbank, kann er deutlich genauere Prognosen über die Lebensdauer der Anlage abgeben.

Zeitmanagement bei der Bachelorarbeit

Die Bachelor-Phase war für mich eine sehr spannende und erkenntnisreiche Zeit. Ich habe viel über Kunststofftechnik gelernt und auch mein Wissen aus dem Maschinenbaustudium vertieft. Einige der Prüfverfahren kannte ich vorher nicht. Und auch die Vielzahl an Kunststoffen mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und Einsatzgebieten hat mich überrascht.Meine Arbeitszeit konnte ich weitestgehend selbst einteilen. So konnte ich meine Freizeit genau planen und den einen oder anderen Tag am See verbringen. Die Bachelorarbeit war dabei stets im Kopf und insbesondere abends oder am Wochenende habe ich daran weitergearbeitet. Gegen Ende der Bachelorarbeit war dann für wirklich nichts anderes mehr Zeit. Zusammenfassend möchte ich sagen: Ich hatte ein gewisses Maß an Freizeit, musste jedoch auch ein hohes Maß an Selbstdisziplin aufbringen und mich regelmäßig an den Schreibtisch setzen.

Abschluss und Beginn einer neuen Zeit

Der Moment, als ich die Bachelorarbeit im Bereich Kunststofftechnik für mein Maschinenbaustudium abgegeben habe, war dann auch ein sehr schöner. Nachdem ich wenige Wochen später mein Zeugnis bekam, wusste ich, dass ich nun meinen ersten Berufsabschluss erreicht hatte.

An dem nächsten arbeite ich gerade – seit April bin ich an der RWTH Aachen für den Masterstudiengang im allgemeinen Maschinenbau eingeschrieben. Dort interessiere ich mich besonders für den Bereich der Medizintechnik. Nebenbei arbeite ich als Aushilfe weiter in der Kunststofftechnik des TÜV Rheinlands. Und wer weiß, vielleicht schreibe ich ja auch meine Masterarbeit bei TÜV Rheinland. Genug engagierte Mitarbeiter, interessante Fachabteilungen und spannende Themengebiete gibt es hier auf jeden Fall.

Autor des Beitrags

Philipp Schräder

Philipp Schräder

Studentische Aushilfskraft

Philipp Schräders Job ist es, die Mitarbeiter in der Abteilung der Kunststofftechnik zu unterstützen. Dabei besteht seine Aufgabe vor allem aus Labortätigkeiten. Sein Karriere-Tipp für euch lautet: Man sollte sich nie verstellen und sich immer so zeigen wie man ist. Nur so kann man von Anfang an feststellen, was einem liegt und wo man eher nicht hinpasst.

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